
Heiß und kalt – warum haben wir eine Körpertemperatur von 37 Grad?
- Christian Riedel
Der Mensch ist ein so genannter „Warmblüter“, zu denen die Säugetiere und Vögel gehören. Diese gleichwarmen Lebewesen haben alle eine Körpertemperatur zwischen 37 und 39 Grad. Im Lauf der Evolution scheint sich dabei herauskristallisiert haben, dass diese Temperatur das beste „Preis-Leistungs-Verhältnis“ für den Organismus darstellt. Schließlich muss unser Körper auch etwas dafür tun, um die Temperatur zu halten. Er muss bei großer Hitze schwitzen und sich bei Kälte warmzittern, um seine Körpertemperatur zu halten. Dafür benötigt er Energie.
Der große Vorteil von Warmblütern ist, dass sie unabhängig sind von der Außentemperatur. Im Gegensatz zu wechselwarmen Lebewesen, die eine gewisse Außentemperatur benötigen, um aktiv zu werden, können sich Warmblüter auch nachts und bei Minusgraden bewegen. Der Nachteil liegt im hohen Energieverbrauch und dadurch im erhöhten Nahrungsbedarf. Ein Krokodil beispielsweise kann seinen Organismus auf „Standby“ schalten, und kann bis zu 6 Monate ohne Nahrung auskommen. Für einen Warmblüter ist das undenkbar.
Zu heiß
Eine höhere Temperatur als 39 Grad ist für den Körper gefährlich. Denn mit zunehmender Temperatur bilden sich im Körper vermehrt freie Radikale, die zu Schäden an den Zellen führen können. Bei Temperaturen um 37 Grad ist der oxidative Stress im Organismus deutlich geringer, ohne dass der Körper an Leistungsfähigkeit verliert. Ab einer Körpertemperatur von 41 Grad wird es sogar lebensgefährlich, da viele Regelsysteme im Körper nicht mehr funktionieren und bestimmte Aminosäuren im Körper zerstört werden.
Zu kalt
Ist es draußen kalt, legen wir uns am liebsten auf die Couch, decken uns mit einer warmen Decke zu, trinken eine heiße Tasse Tee und warten, bis es wärmer wird. Das liegt daran, dass unsere Arbeitskraft bei niedrigen Temperaturen leidet. Der Organismus hat sich bei den meisten biomechanischen Prozessen wie die optimale Wirkung von Enzymen und Hormonen an eine Körpertemperatur von 37 Grad angepasst. Herrscht eine andere Temperatur, harmonieren diese Prozesse nicht mehr und die Wirkungsweise ist gestört. Daher versucht der Körper so gut es geht, immer die 37 Grad konstant zu halten.
Ausnahme
Nur beim Fieber hat die erhöhte Körpertemperatur eine wichtige Funktion. Denn die höhere Körpertemperatur stärkt die Immunabwehr. Aber auch hier muss man aufpassen, dass die Temperatur nicht über 40 Grad steigt.